Under Deepspace
Kapitel 3 - Talentiert
Auftrag
Ort: No-Hunt-Zone 7
Status: aktiv
Details:
[Direktive Nr. 85]
In einigen Stadtteilen von Lincoln City kam es zu plötzlichen Fluktuationen.
Bitte untersuchen Sie den Vorfall und beheben Sie die Krise.
Ziel:
Die Ursache der Fluktuationen beseitigen.
Zugriff gewährt
>Entsprechend dem Risikograd dieser Mission werden Ihnen besondere Privilegien gewährt.
Name: MC
Hunter ID: XXXXXXXX
Sector: UNICORNS – Alpha Team
>Zutrittsberechtigung für No-Hunt-Zone 7 [Beantragung] -[gewährt]
>Erkennung der Vitalfunktionen [Verbessert] – [Verbessert]
>Notrufsignalband 0,347 – [Verstärkt] – [Verstärkt]
>Begleitersignal – [Verbinden] – […] – [Fehlgeschlagen!]
>Begleitersignal – [Verbinden] – […] – [Fehlgeschlagen!]
>Begleitersignal – [Verbinden] – […] – [Fehlgeschlagen!]
Jenna:
Die Lage in der No-Hunt-Zone 7 ist angespannt. Das Alpha-Team muss in Zweierteams zusammenarbeiten. Unser Ziel ist es, die Situation zu untersuchen und Informationen zurückzusenden. Achtet auf eure Sicherheit und haltet euch von Gefahren fern.
Dass die Wanderer vor dem Zug auftauchen, ist kein Zufall. Selbst nachdem ich sie besiegt habe, tauchen sie an mehreren anderen Orten in Linkon City auf. Die Mission selbst ist zwar einfach, aber die Tatsache, dass sie sich in No-Hunt-Zone 7 befindet, macht sie einzigartig.
-Hunter A-:
Treffen abgeschlossen. Wir betreten Zone I.
-Hunter B-:
Zone III erreicht. Wir melden uns bei Bedarf wieder.
-Jenna-:
Wie ist Zone IV?
MC:
Ich habe den Eingang zu Zone IV erreicht.
Ich schaue mich um. Ich höre nur das Rascheln der Bäume, die sich in der Nachtbrise wiegen.
MC:
Mein Partner... ist noch nicht da.
(Es sind schon ein paar Stunden vergangen, und immer noch keine Spur von ihnen. Der Empfang wird auch immer schlechter. Ich kann nicht länger warten. Ich gehe einfach selbst hinein...War ich nicht schon mal hier?... Egal wohin ich gehe, meine Umgebung sieht immer gleich aus. …Wanderer?! Wenn ich mich ihm direkt stelle, sterbe ich. Ganz sicher. Da ist Jemand...beruhigt er den Wanderer?)
MC: !!!
(Das ist doch der Typ von neulich...!)
Xavier :
Wer...?
MC:
I-ich bin's! Wir haben uns schon mal getroffen, ich schwöre es! In der Forschungsbasis, nachdem wir geflohen waren, hast du mich gebeten –
Ah! … Du hast mich gebeten, unser Treffen geheim zu halten.
MC:
Es ist nur der Knöchel verstaucht. Danke für deine Hilfe.
Ich hatte nicht erwartet, dass wir uns so bald wiedersehen würden.
Xavier:
Und ich hätte nicht erwartet, dass du mutig genug wärst, allein hierher zu kommen.
MC:
Ich hatte keine Wahl. Mein Partner ist verschwunden.
Xavier:
Durch die Fluktuationen kann man sich leicht verirren. Du solltest gehen, wo du dir den Knöchel verletzt hast.
MC:
Und du? Hast du keine Angst, dich zu verlaufen? Moment mal … Stimmt ja. Du kannst dich einfach in Luft auflösen, wann immer du willst.
Xavier:
Der Wald ist nicht wegen der unberechenbaren Metaflux-Schübe furchteinflößend. Viele Tenebrae kamen hierher, um den hochwertigen Protonenkern zu finden und auf dem Markt zu verkaufen. Doch nachdem sie ihn erbeutet hatten, wurden die Hunter nie wieder gesehen.
MC:
Warum?
Xavier:
Dieser Wald ist lebendig. Er hat sie verschlungen.
MC:
! Mich einzuschüchtern, wird nicht funktionieren.
Xavier:
Du hast Mut. Ich wünsche dir viel Glück. Okay, wir sind nicht mehr weit vom Waldrand entfernt. Von hier aus kommst du sicher weiter.
MC:
Moment mal … und du? Warum bist du hier?
Xavier:
...Pass auf dich auf.
Ein sich ausbreitender Nebel verhüllt das Mondlicht. Der Wald ist noch dunkler, und der Abendwind klingt wie ein Schluchzen. Vorsichtig bewege ich meinen Knöchel und hebe meine Uhr – kein Empfang. Ich blicke zu der Stelle, an der Xavier verschwunden ist.
(Er ist ein mysteriöser Mensch. Könnte er mein Missionspartner sein? Mir wurde gesagt, ich würde mit dem besten Hunter zusammenarbeiten, aber wenn es wirklich Xavier ist … Hat das System einen Fehler gemacht?)
Das Gebrüll eines Wanderers zerreißt die Luft. Ich umklammere meine Waffe fest.
MC:
Ist er in Schwierigkeiten geraten?
(Nein, das ist unmöglich. Im Gegenteil, der Wanderer sollte sich eher Sorgen machen.)
Die Blätter rascheln. Es ist nicht der Wind. Ich blicke zurück.
eine vertraute Gestalt taucht aus der Dunkelheit auf.
Xavier:
Du bist...
MC:
Warum bist du zurückgekommen?
Xavier runzelt die Stirn, während er sich umsieht. Sein Blick fällt auf den Baumstumpf, auf dem ich sitze. Er bemerkt, dass ich mich nicht bewegt habe. Er dreht sich um und räuspert sich.
Xavier:
Hier treiben sich viele Wanderer herum. Ich habe mich bereits um einige von ihnen gekümmert. Du kannst nun gefahrlos gehen.
MC:
Danke...?
Xavier:
Gern geschehen.
Er stürmt in eine andere Richtung davon und verschwindet im Wald. Schon bald ertönt ein weiteres Wehklagen der Wanderer. Innerhalb von zehn Minuten durchbricht ein Lichtstrahl das Gebüsch. Im Getöse aus Blättern und Zweigen treffen sich unsere Blicke.
MC:
Lass mich raten... Du hast die Wanderer auf der anderen Seite ausgeschaltet?
Xavier:
Ja...
Weitere zehn Minuten vergehen. Ich bin sprachlos, als Xavier zum dritten Mal vor mir erscheint. Sein Gesichtsausdruck, anfangs vorsichtig und verlegen, hat sich entspannt..
Xavier:
Ich habe nachgedacht... Einen verletzten Teamkollegen zurückzulassen ist keine gute Idee.
MC:
Du siehst mich also endlich als deinen Partner an, was? Du siehst nicht schuldbewusst aus.
Xavier reibt sich das Gesicht, sein Blick wandert in den gefährlichen Wald.
Xavier:
Es ist zu dunkel, als dass du etwas sehen könntest.
-Hunter's Watch -:
Signalstörungen festgestellt. Informationen konnten nicht abgerufen werden. Identitätsprüfung fehlgeschlagen.
Die Hunter's Watch hat zum fünften Mal eine Fehlfunktion. Das elektronische Licht, das Xaviers ausdrucksloses Gesicht erhellt, erlischt, als ich meinen Arm senke.
Xavier:
Ist meine Uniform etwa nicht ausreichend?
MC:
Jeder kann eine Uniform tragen. Angesichts deines verdächtigen Verhaltens sehe ich keinen Grund, dies nicht zu überprüfen. Sag mir etwas, das nur ein UNICORN Hunter wissen kann.
Xavier:
Während der Chronorift-Katastrophe war Tezcatlipoca der erste Wanderer, der getötet wurde. Es geschah...
MC:
Das kann jeder im Internet nachlesen. Versuch es noch einmal.
Xavier: …
Er seufzt leise. Als er die Hand hebt, sammeln sich allmählich Sternenlichtpunkte um uns. Das Licht gleitet über seine Finger und verwandelt sich im Dunkeln in goldene Fäden. Ein Muster aus mehreren Rauten erscheint. Umgeben von strahlendem Licht, starrt Xavier mich schweigend an und wartet darauf, dass ich etwas sage.
MC:
Äh, das sieht hübsch aus?
Er schließt seine Augen.
Xavier:
Ich frage mich, ob es dir irgendwie bekannt vorkommt?
Ich starre erneut auf das komplizierte Muster.
MC:
Nein. Sollte es?
Das Licht flackert. Vielleicht hatte Xavier gehofft, etwas anderes zu hören.
Xavier:
Das wirst du bald sehen. Halte nach Ruinen ausschau. Dieses Muster kann auf dem Flux-Nexus erscheinen. Es ist ein Gerät, das Metaflux einfängt. Es ist auch hier die Quelle der Fluktuation. Unsere Mission ist beendet, sobald wir es gefunden haben.
(Er klingt selbstsicher... Aber irgendetwas stimmt trotzdem nicht.)
Xavier:
Wurde meine Identität bestätigt?
MC: Nein.
Als ich das Problem erkannte, trat ich einen Schritt zurück.
MC:
Die Zielsetzung erwähnte weder ein Muster noch einen Flux Nexus. Das hättest du dir auch einfach ausdenken können. Und falls es sich um streng geheime Informationen handelt … Woher hast du sie? Du wirst von Sekunde zu Sekunde verdächtiger.
Xavier scheint von all den Fragen überfordert. Er winkt mit der Hand, goldenes Licht zerfällt in Partikel.
Xavier:
Vergiss es. Betrachte mich einfach als einen normalen Hunter, der zufällig vorbeikam.
Das Muster spukt mir immer noch im Kopf rum. Ich erinnere mich, was Tara mir vorhin erzählt hat. Eine Steinstele mit seltsamen Symbolen.
MC:
Warte, Kannst du beschreiben, wie der Flux Nexus aussieht? Seine Größe oder das Material, aus dem er besteht?
Xavier:
Wirst du mir dann glauben? Du könntest ja nicht überprüfen, ob das alles erfunden ist. Und ich wäre dann noch verdächtiger.
Er verwendet meine eigenen Worte gegen mich.
MC:
Du hast schon so viel gesagt. Es würde nicht schaden, noch ein paar Dinge hinzuzufügen.
Xavier:
… Es hat keine festgelegte Größe. Man könnte es für eine Steinskulptur halten.
(Seine Beschreibung stimmt überein! Das einzige Exemplar in der verlassenen Forschungsstation dürfte dasselbe sein. Wenn der Flux Nexus tatsächlich die Quelle der Fluktuationen ist, dann könnte er eine Explosion verursacht haben.)
Im Schatten dichter Bäume, die das Mondlicht verdecken, streifen Monster heulend durch den Wald. Ihr Gebrüll wird von fernem Donner begleitet. Xavier scheint meine kurze Ablenkung nicht bemerkt zu haben. Er dreht sich leicht in Richtung des Geräusches.
Xavier:
Ist egal. Lass uns erst mal hier rausgehen. Wie geht es deinem Knöchel?
MC:
Die Energiefluktuationen sind zwar nicht stark, aber unvorhersehbar. Kein Wunder, dass wir uns ständig verirren...
Ich nutze meine Evol, um meine Umgebung abzusuchen und gleichzeitig nach einem Ausweg zu suchen.
MC:
Xavier, warum sind wir immer zusammen gefangen, wenn wir uns treffen?
Xavier:
Merkwürdig, nicht wahr? Warum bist du immer da, wenn ich in Schwierigkeiten bin?
MC:
Meine Frage mit einer Gegenfrage beantworten? Das ist nicht sehr nett.
Ich werfe ihm einen verstohlenen Blick zu, gerade als er den Kopf zu mir dreht,
gebe ich mich unbeteiligt und schaue weg.
Xavier: Shh.
Sein Gesichtsausdruck verfinstert sich, als er merkt, dass etwas nicht stimmt,
und ich verstumme. Im Dämmerlicht, nur wenige Schritte vom Hang entfernt, sind einige Wanderer unterwegs. Ihre Körper haben einen unheimlichen, elektrischen Schimmer.
MC:
Sie gehören etwa zur B-Klasse und sind nicht besonders stark. Sie agieren in Gruppen und Manipulieren den Raum um sich herum, um ihre Beute zu fangen. Sie sind wie Spinnen, die warten, bis ihre Opfer erschöpft sind. Dann fressen sie sie.
Xavier: Richtig.
Xavier macht ein paar Schritte und stellt sich vor mich.
MC:
Sie verursachen die räumlichen Verzerrungen … Das erklärt, warum wir im Kreis laufen. Xavier, wir sollten uns aufteilen. Ich gehe -
Xavier:
Wir wurden entdeckt.
Im Nu ist er verschwunden. Ein paar Lichtstrahlen durchschneiden die düstere Nacht. Ehe ich mich versehe, ist am Fuße des Abhangs nur noch Xaviers Schatten mit seinem Schwert zu sehen. Die Wanderer zerfallen zu Staub und verstreuen sich. Er steckt sein Schwert weg, dreht sich um und hebt den Kopf.
Xavier:
Entschuldigung, was wolltest du sagen?
MC:
...Ach, nichts. Ich rede nur mit mir selbst.
Sobald ich ihn eingeholt habe, sehe ich mich in der Umgebung um.
MC: Die Fluktuationen haben aufgehört.
Xavier: Hier lang.
Xavier geht schweigend voran. Verwundert folge ich ihm, bis wir vor einem Felsbrocken stehen. Plötzlich tut sich dahinter ein neuer Pfad auf.
MC:
Es wirkt harmlos, ist aber im Kampf beängstigend.
Xavier:
Beängstigend?
MC:
Das ist ein Kompliment. Xavier, du hast mir gesagt, ich solle deine
Anwesenheit dort geheim halten. Du meintest auch, du würdest mir alles erklären, wenn wir uns das nächste Mal treffen … Solltest du nicht etwas sagen?
Xavier:
Das ist eine lange Geschichte.
MC:
Lügner. Nun, da wir im selben Team sind, haben wir später noch Zeit, das zu klären. Oh, warte mal. Du bist ein ganz normaler Hunter, der zufällig vorbeigekommen ist.
Xavier:
...Musst du so aufmerksam sein?
MC:
Du warst nicht ganz ehrlich. Aber jetzt, wo ich darüber nachdenke, haben wir gemeinsam schon einige Herausforderungen gemeistert … Ungeachtet deiner Geheimnisse können wir zusammenarbeiten. Vorerst.
Xavier:
Etwas stimmt mit den Fluktuationen dort nicht. Sei vorbereitet.
MC:
Okay. Dieser Ort scheint ein Signal zu senden....Wanderer.
Xavier:
Es ist noch nicht fertig.
MC:
Das Metaflux konzentriert sich auf den Wanderer... Er absorbiert es.
Xavier:
Es ist ein Aeonwyrm, die gefährlichste Art der Wanderer. Die absorbierten Metaflux-Partikel werden verwendet, um ihn zu rekonstruieren.
MC:
Ist das der Flux Nexus, den du vorhin erwähnt hast?
(Eine Steinskulptur.)
Xavier:
Nur eine bestimmte Evol kann die Sperre aufheben. Versuch es.
MC:
Kann das überhaupt mit meiner Evol geöffnet werden?
Xavier:
Spüre seine Energie und nutze deine Evol, um die gleichen Resonanzen zu erzeugen.
(Da ist etwas drin.)
MC:
Es unterscheidet sich von anderen Protonenkernen.
Xavier:
Sie sind fort. Wir waren gerade noch rechtzeitig. Die Energieschwankungen beweisen jedoch, dass jemand den Aeonwyrm wiedererwecken will. Wenn ein solcher Wanderer Linkon betreten würde, wären die Folgen unvorstellbar.
MC:
Dann könnte es in diesem Wald mehr als einen Flux Nexus geben.
Xavier:
Pst, ich habe etwas gehört. Das Protonenfeld hat sich verändert …Der Wald erwacht. ...Jetzt!
MC:
Wir können so nicht weitermachen! Es werden immer mehr!
Xavier:
Festhalten! ... Jetzt sind wir in Sicherheit.
MC:
Danke. Die Wanderer kamen direkt auf uns zu. Das muss an diesem Protonenkern liegen … Was?
Xavier:
Lass mich nachsehen.
MC:
Warum ist das so?
Xavier:
Er wurde verändert. Offensichtlich das Werk von Onychinus.
MC:
Onychinus?
Xavier:
Eine Organisation, die in der N109-Zone aktiv ist. Die Modifizierung von Protonenkernen ist ihr bekanntestes Geschäft. Überlasst das der Hunters Association. Die wissen, was zu tun ist.
MC:
Kommst du nicht mit zurück?
Xavier:
Der Mond ist jetzt aufgegangen. Er ist viel heller als vorher.
Du wirst dich also dieses Mal nicht verlaufen.
-Rückblende -
Monster! Lauf! Lauf...Lauf... Ich darf nicht gefasst werden...
Rostroter Regen fällt vom Himmel und sickert in jeden Winkel der Stadt.
Ich steige über die Pfützen und renne davon. Ich spüre eine gewaltige Kraft. Sie droht, aus meinem Herzen zu brechen.
Dann scheint der Mond.
Prächtig senkt er sich vor mir
herab. Er flackert.
Er scheint mich anzublinzeln.
-Rückblende -
Das grüne Licht der Ampel blinkt wie ein blinzelndes Auge. Sofort überqueren die Menschen die Straße und füllen sie wie einen reißenden Fluss.
(Derselbe Albtraum...)
Ich reiße mich zusammen und reihe mich schnell in die Menge ein.
(Ich frage mich, ob es Neuigkeiten zu dem „Auge“ gibt, das ich draußen vor dem Fenster gesehen habe. Ich muss Nero beim nächsten Mal fragen, wenn ich ihn sehe.)
Nachdem ich gestern Abend die No-Hunt-Zone 7 verlassen hatte, schickte ich den Protonenkern zur Datenanalyse. Ich konnte zu Hause nur einige Stunden schlafen, bevor ich frühmorgens von einem Anruf der Truppe geweckt wurde.
(Der Flux Nexus, modifizierte Protonenkerne und Onychinus … Xavier weiß ganz offensichtlich viel mehr, als er zugibt. Ich hätte ihn gestern Abend nicht gehen lassen dürfen!)
Als ich die Lobby des UNICORNS-Gebäudes erreichte, sah ich einige Hunter, die zu dringenden Missionen aufgebrochen waren. Sie fuhren auf ihren Motorrädern davon.
(Ich habe gerade die 310HM gesehen! Die ist so schnell... Wann kann ich endlich mal eine fahren...)
Journalist:
Entschuldigen Sie, Sir, könnten wir ein kurzes Interview mit Ihnen führen?
??:
Tut mir leid, ich bin nicht interessiert.
Ich höre eine vertraute Stimme in der Nähe. Ich schaue in die Richtung, aus der sie kommt. Es ist …
MC:
Xavier?
Er trägt seine Hunter Uniform. Ein Journalist mit einem Mikro in der Hand hat ihn am Straßenrand angehalten.
Journalist:
Warum sind Sie Hunter geworden? War es ein Traum von Ihnen?
Xavier:
Nein...ich habe eigentlich keine Träume …
Journalist:
Tun Sie das für Ihre Familie? Das muss schwer in Ihrem Alter sein.
Xavier:
Nein. Außer mir gibt es niemanden mehr in meiner Familie.
Journalist:
Das ist... hart... Schneiden Sie das raus. Wir drehen es nochmal. In letzter Zeit gab es Beschwerden über Hunter, die unter Vorwand, öffentliche Einrichtungen zerstören, ...
Xavier:
Tut mir leid, mein Partner wartet auf mich. Ich muss zur Arbeit.
Selbst inmitten der Menschen findet Xaviers Blick immer wieder seinen Weg zu mir. Bevor ich reagieren kann, kommt er schon auf mich zu. Er beugt sich zu mir herunter, sein Gesicht ganz nah an meinem.
Xavier:
Hilf mir!
Ich drehe mich um und blicke ihn an, dann die unerbittlichen Journalisten und Fotografen, die ihm auf den Fersen sind.
MC:
Fleh mich an .
Xavier: Bitte.
MC:
Es ist sonnig, der Wind weht angenehm und die Straßen sind belebt. Keine Wanderer lauern um die Ecke. Ehrlich gesagt, ist es seltsam, dich so zu sehen. Ich kann es kaum glauben. Was kommt als Nächstes? Ein Terroranschlag? Wird dieses Gebäude explodieren? Oder bereitet sich ein neuer Wanderer auf einen Angriff vor?
Xavier:
...Du hast schon einen ziemlich voreingenommenen Eindruck von mir.
MC:
Wenn du an der Besprechung teilnimmst, könnte ich meinen voreingenommenen Eindruck über dich ändern.
Jenna:
Sieht so aus, als wären alle da. Kommt her.
Captain Jennas Stimme hallt aus der Kommandozentrale. Ich sehe mich um...
(Eins, zwei, drei... Sind wir wirklich alleine bei der Nachbesprechung?)
Xavier und ich gehen zu Jenna, die sich an den Schreibtisch lehnt. Abgesehen von einem leichten Schatten unter ihren Augen sieht man ihr kaum Müdigkeit an.
Jenna:
Wir haben die Fluktuationen von letzter Nacht beobachtet. Wir haben auch die Ergebnisse der Protonenkern-Daten, die du uns uns geschickt hast.
Das Licht dimmt, und die Kommandozentrale projiziert ein Hologramm eines Protonenkerns. Wie ein Planet rotiert der Protonenkern langsam, umhüllt von blauen und roten Protonenkurven.
Jenna:
Das ist der Protonenkern, den MC heute Morgen geschickt hat – ich bin sicher, ihr habt bemerkt, dass er verändert wurde.
MC:
Ist das das Werk von Onychinus?
Jenna wirft Xavier einen Blick zu und schaut dann wieder mich an.
Jenna:
Es läuft gut, wie ich sehe. Die blaue Linie ist die ursprüngliche Protonenkurve des Protonenkerns. Die rote zeigt die veränderte Version. Wir wollten ursprünglich die Protonenkurve analysieren, um den Ursprung des Protonenkerns zu bestimmen, aber nach dreimaliger Suche in der Systemdatenbank fanden wir nichts.
MC:
Wie das? Selbst wenn wir keine perfekte Übereinstimmung finden, sollten wir zumindest den Typ bestimmen können, oder?
Offenbar hatte Jenna auch schon daran gedacht. Sie schüttelt den Kopf.
Jenna:
Ob du es glaubst oder nicht, wir haben so etwas noch nie gesehen …
Die Protonenkurve verändert sich ständig. Die rote Linie flackert unaufhörlich. Es ist etwas beunruhigend.
Jenna:
Es ist möglich, dass es einen Protonenkern gibt, von dem selbst die Vereinigung nichts weiß. Er könnte auch einem anderen Zweck dienen.
(Ein Protonenkern mit einem anderen Zweck …)
Ich werfe Xavier einen Blick zu. Er sitzt in einem Drehstuhl, umarmt ein OTTO-Kissen und wirkt abwesend. Er wird sich wohl nicht so schnell an unserem Gespräch beteiligen.
Jenna:
Das ist ein Geschenk von Onychinus. Offensichtlich wissen sie mehr über diesen Protonenkern als wir.
Das Hologramm auf der Kommandozentrale verblasst und das Licht kehrt zum Normalzustand zurück.
Jenna:
Wir müssen weitere Proben entnehmen, um mehr Informationen über diesen unbekannten Protonenkern zu erhalten.
Xavier:
Dafür brauchen wir ihre Evol?
Der schweigsame Xavier spricht endlich. Sein Gesicht ist ausdruckslos, während er sein Kinn auf das OTTO-Kissen stützt. Jenna ist nicht überrascht. Sie nickt nur.
Jenna:
Du weißt, was MCs Evol kann. Es wäre gut, wenn sie bereit wäre, uns zu helfen.
Wieder wendet sich Jenna mir zu.
Jenna:
Da Onychinus involviert ist, wird es gefährlich. Risiken gehören dazu. Wenn du uns hilfst, erhältst du unsere volle Unterstützung und unseren Schutz. Dir wird außerdem ein Partner zur Seite stehen.
Während ich versuche, all die Informationen zu verarbeiten, wird mir etwas klar.
MC:
Darf ich ein paar Fragen stellen, Captain?
Jenna:
Klar.
MC:
Warum modifiziert Onychinus Protonenkerne?
Jenna:
Die Vorteile eines Protonenkerns sind für Gruppen wie Onychinus verlockend. Doch das genaue Ziel, das Onychinus mit der Modifizierung von Protonenkernen verfolgt, ist noch immer unbekannt. Angesichts von Sylus' Vergangenheit vermuten wir, dass es nicht ums Geld geht.
MC:
Sylus...?
Jenna:
Er ist der Anführer von Onychinus.
MC:
Hat die Hunters Association schon einmal modifizierte Protonenkerne entdeckt?
Jenna:
Ja, aber die Methoden zur Modifizierung waren primitiv. Der potenzielle Schaden, den sie hätten anrichten können, war bestenfalls gering.
Diesmal ist es anders. Die Energie, die in dieser abnormalen Protonenkurve sichtbar ist, übersteigt unser derzeitiges Verständnis von Protonenkernen. Unbekannte Protonenkerne zu finden, ist keine Sache, die über Nacht erledigt ist. Heute war nur ein kleiner Einblick in das, was die gesamte Mission sein wird. Du hast gestern Abend hart gearbeitet. Nimm dir die nächsten zwei Tage frei.
MC:
Der leere Schreibtisch neben meinem gehört dir … Ich dachte, er wäre frei.
Nachdem Jenna gegangen ist, sind nur noch Xavier und ich im Raum. Er sitzt in seinem Stuhl, reißt eine Verpackung auf und reicht mir ein halbes Brot, während ich mich an den Tisch lehne.
MC:
Die Vorgesetzten sagen, die besten Späher bleiben nicht im Büro. Warum bist du noch hier?
Xavier:
Du musst dich entscheiden.
MC:
Ich?
Xavier:
Ob du der Hunters Association hilfst, die Protonenkerne zu finden oder nicht.
Ich knabbere an dem Brot. Es ist trocken und geschmacklos. Ich verstehe nicht, wie er das essen kann.
MC:
Zuvor möchte ich dich nach dem Ding fragen, dass du Flux Nexus genannt hast. Du und Captain Jenna habt nichts davon erwähnt. Die Association ist sich nicht einmal sicher, ob es existiert. Woher weißt du davon?
Xavier:
...Ich weiß nicht viel darüber. Ich kenne nur den Namen. Wenn du willst, kannst du es Protonenkern Nexus, Flux Stein oder Terrastele nennen.
MC:
Du redest wirklich gut um den heißen Brei herum.
Trotz meiner brennenden Neugier wurde ich schon mit Unmengen neuer Informationen überhäuft. Ich brauche wirklich etwas Zeit, um das zu verarbeiten.
MC:
Okay. Wenn ich helfen soll, möchte ich dich nach meinem Partner fragen... Du bist schon länger bei UNICORNS als ich. Du kennst wahrscheinlich mehr Leute. Irgendwelche Empfehlungen?
Xavier hält inne, während er einen weiteren Bissen nimmt, scheinbar überrascht, dass ich an seinem Vorschlag interessiert bin.
Xavier:
Mein Rat ist, dass du gar nicht erst annimmst.
Das habe ich mir schon gedacht.
MC:
Eigentlich hätte ich da schon eine Idee … Wir haben ja schon mal zusammengearbeitet. Warum machen wir das nicht offiziell?
Xavier:
Wirklich?
MC:
Du musst nichts tun. Ich finde deine Teleportationsfähigkeit einfach ziemlich cool. Falls ich in Schwierigkeiten gerate und nicht weiterkomme, kannst du mich einfach wegbringen.
Xavier:
…Bin ich also nur ein Werkzeug?
MC:
Das nützlichste von allen.
Xavier:
Egal, was du denkst, UNICORNS hat viele Möglichkeiten, Dinge zu erledigen.
Xavier stopft sich das letzte Stück Brot in den Mund und steht auf.
Xavier:
Deine Evol ist nicht ihre einzige Option. Mach dir keine Sorgen.
MC:
Ich mache mir keine Sorgen. Ich verstehe auch nicht, warum du mir sagst, ich soll ablehnen. Ich habe meine Gründe, wenn ich helfe.
Xavier:
...Du könntest in eine Welt eintauchen, die deine kühnsten Vorstellungen übertrifft.
MC:
Hat dir schon mal jemand gesagt, dass du schlecht im Überreden bist? Komischerweise hast du mein Interesse gerade erst geweckt.
Einige Augenblicke später seufzt Xavier, da er einen Kompromiss gefunden hat.
Xavier:
Ich hätte es wissen müssen, dass ich dich nicht abschrecken kann.
MC:
Willst du mich etwa tatsächlich locken, Xavier? Bist du deshalb hier?
Er weicht meinem Blick aus.
Xavier:
Vielleicht bin ich hier, um … dich davon zu überzeugen, ohne Reue zu leben. Alles, was mit Onychinus zu tun hat, ist kompliziert. Wer weiß, ob die Hunters Association dich vor der drohenden Gefahr warnen wird. … Ich hatte befürchtet, du würdest nicht lange nachdenken und sofort zustimmen. Und dir jemand anderen als Partner aussuchen.
MC:
Ich … Du glaubst, mich zu kennen? Du bist doch derjenige, der nicht nachdenkt!
Xavier:
Verstehe.
Seltsamerweise widerspricht Xavier nicht. Stattdessen schenkt er mir ein überraschend sanftes Lächeln und nickt.
Xavier:
Wenn du dich am Ende darauf einlässt, dann … könntest du mich als deinen Partner wählen?